Wandern in der Sächsischen Schweiz

Wandern im Elbsandsteingebirge hat eine über 200-jährige Tradition. Das Höhenprofil und der einzigartige Naturraum machen das Wandern in der Sächsischen Schweiz zu einem nachhaltigen Erlebnis, bei dem man auch viele Sächsische Schweiz - Elbsandsteingebirge - Wandern im WinterMillionen Jahre Erdgeschichte auf engstem Raum durchschreitet. Welch wunderbare Augenblicke offenbaren sich, im Frühling die erwachende Natur und das zarte Baumgrün zu erleben, im Sommer durch kühle Gründe zu streifen, im goldenen Herbst den aus den Tälern aufsteigenden Nebel nach einem Regen zu sehen und im Winter den Blick auf die schneebedeckten Felsen und die tiefe Stille der Natur zu genießen.

Das Netz der Wanderwege besteht zu einem großen Teil aus den Wegen der touristischen Erschließerzeit und beinhaltet auch viele uralte Handelswege. Es gibt unzählige Varianten, auf meist gut ausgebauten Wanderwegen die Sächsische Schweiz zu erlaufen. Sportliches Wandern, Gelegenheitswandern oder einfach nur Genußwandern - alles ist möglich. Ca. 1200 km Wanderwege stehen zur Auswahl, allein der Nationalpark bietet ca. 400 km markierter Wanderwege. Darüber hinaus gibt es hier noch ca. 16 km besonders markierte Bergpfade. Um die Sächsische Schweiz zu erwandern und zu durchwandern, kann man den vielen Wandervorschlägen aus Wanderführer-Büchern oder denen der örtlichen Tourismusbüros folgen oder man nutzt die Angebote der Nationalparkverwaltung an geführten Wanderungen mit zertifizierten Nationalparkführern oder an thematischen Wanderungen z.B. zur Waldkunde oder zu Vogelstimmen. Natürlich kann man sich auch eigene Routen nach der Wanderkarte zusammenstellen.

Die Sächsische Schweiz ist eines der bestbeschilderten Wandergebiete, in dem ein Verlaufen kaum möglich ist und man notfalls auch ohne Wanderkarte voran kommt.
Auf den Wegweisern, die an Weggabelungen und Knotenpunkten stehen, findet der Wanderer nicht nur das nächste Ziel, sondern es wird auch die durchschnittliche Wanderzeit bis zum nächsten Sächsische Schweiz - Wanderwege - Vorbildliche WegweiserWanderpunkt angegeben. Auch viele Gasthäuser "Ghs" und Aussichtspunkte "AP" sind vermerkt. Auf den Etappen zwischen zwei Wegweisern wird man von Wegemarken geführt. Die Wegemarken haben auf weißem quadratischem Grund entweder einen Punkt oder waagerechten Balken. Die Farbe charakterisiert dabei deren Bedeutung: Blau steht für überregionale, rot für regionale und grün sowie gelb für örtliche Wanderwege.

Im Nationalpark werden die Wanderer zusätzlich durch Informationstafeln begleitet, die Wissenswertes über die Nationalparkregion verraten. Ein grüner diagonaler Strich auf weißem Quadrat kennzeichnet einen Lehrpfad mit Erläuterungstafeln, der bekannteste ist der "Flößersteig" im Kirnitzschtal.
Neben den markierten Wanderwegen gibt es auch spezielle Rundwege wie den Caspar-David-Friedrich-Weg in Krippen, örtliche Spazierwege (in den Kurorten auch Terrainkurwege) und Stichwege zu Aussichtspunkten, die durch Wegweiser zu finden sind. Die Nationalparkverwaltung bietet durch zertifizierte Nationalparkführer geführte Wanderungen mit vielen interessanten Informationen und Erkenntnissen an.

Zwei bedeutende Wanderwege führen durch die Sächsische Schweiz:
 
Sächsische Schweiz Elbsandsteingebirge - MalerwegZum einen der historisch bemerkenswerte und wieder neu entdeckte "Malerweg". Als ab der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts Maler und Andere von Dresden und Pillnitz kommend die Schönheiten des Elbsandsteingebirges entdeckten und ihnen die ersten Touristen folgten, bildete sich (vermutlich nach Götzinger) schnell eine rechtselbische Hauptroute heraus: von Pillnitz über Graupa durch den Liebethaler Grund nach Lohmen, durch den Uttewalder Grund zur Bastei, weiter über den Hockstein und Hohnstein durch den Tiefen Grund nach Schandau, zum Kuhstall und auf den Großen und den Kleinen Winterberg, über das Prebischtor und nach Herrnskretschen (heute Hřensko). Auf der Rückreise wurde oft der Lilienstein noch bestiegen, gelegentlich durfte auch der Königstein mit Erlaubnis des Festungskommandanten bestiegen werden. Dieser Weg wurde bekannt als "Fremdenweg in die Sächsische Schweiz", später nannte man ihn marketingträchtiger den "Malerweg". Seit 2006 ist der neue "Malerweg" in Anlehnung an den historischen Verlauf in der Sächsischen Schweiz markiert und ausgeschildert. Der neue "Malerweg" führt ca. 112 km lang von Liebethal über Lohmen, Stadt Wehlen, die Bastei, Kurort Rathen, Hohnstein und den Brand über Waitzdorf und Altendorf ins Kirnitzschtal, weiter zum Lichtenhainer Wasserfall, über den Kuhstall, die Neumannmühle und Räumichtmühle zum Zeughaus, weiter zum Großen Winterberg und nach Schmilka, dort über die Elbe, nach Schöna, Reinhardtsdorf und Krippen zum Papststein, Pfaffenstein und Quirl, weiter nach Stadt und Festung Königstein und über Thürmsdorf und Naundorf nach Pirna.

Bereits ein Jahr nach seiner Einweihung erhielt der "Malerweg" 2007 von der Fachzeitschrift "Wandermagazin" den Titel "Schönster Wanderweg Deutschlands" und 2008 wurde der Weg von Wanderern in einer Onlineumfrage zum "Beliebtesten Wanderweg Deutschlands" gewählt.

Sächsische Schweiz Elbsandsteingebirge - Europäischer Fernwanderweg E3Der andere bedeutende Wanderweg ist der "Europäische Fernwanderweg E3". Der "E3" ist einer der längsten Fernwanderwege der Welt und verbindet das Schwarze Meer über die Karpaten, das Erzgebirge und die Ardennen mit der Atlantikküste. In der Sächsischen Schweiz führt er von Hřensko über den Großen Winterberg und die Schrammsteine ins Kirnitzschtal und weiter über Hohnstein, Bastei, Lilienstein und Königstein ins Bielatal bis nach Bad Gottleuba.

Es gibt in der Sächsischen Schweiz viele schöne Plätze und Aussichtspunkte, an denen man eine Wanderpause einlegen und seine mitgebrachte Wegzehrung genießen kann. Aber auch die zahlreichen wandererfreundlichen Gastwirtschaften sind lohnenswerte Etappen-Verpflegungs-Ziele einer Wanderung, die touristische Infrastruktur der Sächsischen Schweiz ist vorbildlich. Wer große Rundwanderungen unternehmen oder vielleicht auch noch die letzten Ecken der Hinteren Sächsischen Schweiz kennenlernen will, kann ohne weiteres in der Sächsischen Schweiz übernachten. Es gibt eine Vielzahl von Gasthöfen, Pensionen, Fremdenzimmern, aber auch Naturfreundehäuser, Wanderquartiere und Campingplätze. Auch die zwei Jugendherbergen in Bad Schandau und Pirna sind längst zu Geheimtipps geworden. Das Übernachten im Freien ist allerdings nur unter strengen Auflagen möglich. Wer den gesamten Malerweg erwandern möchte, für den man acht Tage einplanen sollte, kann beim Tourismusverband Komplettangebote mit Übernachtung und Gepäcktransport buchen.

Wer durch die Sächsische Schweiz wandert, findet ein zu seiner eigenen Kondition passendes Spektrum leichter bis anstrengender Wege, für jeden ist etwas dabei. Oft geht es dabei aber auch über etliche Stufen und "Stiegen", es sind zum Teil größere Höhenunterschiede zu überwinden. Markante Beispiele sind die "Schwedenlöcher" mit ihren ca. 840 Stufen vom Amselgrund hinauf zur Bastei, die Häntzschelstiege, die Rotkehlchenstiege, die Heilige Stiege, die Zwillingsstiege, der Südaufstieg auf den Lilienstein oder auch der Rauensteinkammweg. In der Sächsischen Schweiz gibt es mehr als
200 "Stiegen" und Steiganlagen.
Steinmänner in der Sächsischen Schweiz
Man sollte sich für das Wandern im Elbsandstein auch ruhig etwas mehr Zeit einplanen, als in Wanderführern und auf den Wegweisern angegeben wird, denn nicht nur die wundervollen Aussichten zwischendurch, wie z.B. vom 415 Meter hohen Lilienstein mit seiner umfassendsten Rundsicht über die Sächsische Schweiz oder der Blick gen Sonnenuntergang von der Kipphornaussicht halten lange fest, auch viel Interessantes der Tier- und Pflanzenwelt offenbart sich.

Und immer öfter trifft man beim Wandern in der Sächsischen Schweiz auch sie:
diese seltsamen steinernen Wesen, die früheren Generationen als Wegweiser in unwegsamen Gebieten hilfreich waren und die heute von der Verbundenheit der Wanderer mit der Natur und dem Ort zeugen -- die Steinmännchen :-)

Für jeden etwas dabei, heißt auch, daß Menschen mit Rollstuhl oder Handbike das Wandern in der wunderbaren Landschaft der Sächsischen Schweiz nicht verschlossen sein soll. Viele Ziele können mit dem Rollstuhl erreicht werden, man sollte die Touren immer gemeinsam mit Freunden unternehmen, die bei kleinen Hindernissen unterstützen können. Über barrierefreie Touren informiert die Nationalpark-Webseite und Veit Riffer auf seiner eigenen Webseite www.saechsische-schweiz-barrierefrei.de. Er berät auch bei der Tourenplanung und führt selbst als erster zertifizierter Nationalparkführer mit Handicap entsprechende Wanderungen durch die Sächsische Schweiz. Auch der ÖPNV unterstützt Menschen mit Rollstuhl oder Handbike bei der Reise, ein Großteil der Busse und die S-Bahnen sind barrierefrei nutzbar, es sind aber leider noch nicht alle Bahnsteige der S-Bahn erreichbar für Rollifahrer.
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Ein Gedanke noch zur Reflexion: Mehrheitlich werden die etwas über 70 Bergunfälle pro Jahr durch Wanderer verursacht Sächsische Schweiz - Bergwacht Sachsenund sind meist auf Leichtsinn und Selbstüberschätzung zurückzuführen. Die Bergfreunde des Bergrettungsdienstes arbeiten alle ehrenamtlich, sie sind in ihrer Freizeit für „echte“ Unglücksfälle zur Stelle. Sehr gut, daß man in der Not Hilfe bekommt, auch lebensrettende Hilfe - aber das Vorhandensein der Bergrettung ist keine Rundum-Versicherung für Sorglose. Damit im Notfall die Retter noch schneller Hilfe leisten können, befinden sich im Nationalpark an vielen Hauptwegweisern nun kleine gelbe Schildchen mit einer "Standort-Nummer", die man beim Absetzen eines Notrufes mit nennt. Die Bergwacht Sachsen feierte übrigens 2012 ihr 100-jähriges Bestehen.