Sächsische Schweiz - Maler & Komponisten & Andere

Adrian Zingg (1734 - 1816) - Schweizer Zeichner und Kupferstecher

Er kam mit seinem Freund Anton Graff (1736 - 1813) - Schweizer Porträtmaler - 1766 an die Dresdner Kunstakademie des Königs. Seitdem wanderten sie auf uralten Wegen durch das Elbsandsteingebirge zwischen Pirna und Herrnskretschen, manchmal wochenlang. Sie fanden eine Landschaft, die sie an ihre Heimat im schweizerischen Kanton Jura erinnerte und mit dem Zusammenspiel aus wilder Natur, Feldern, Wiesen und Ortschaften faszinierte. Zingg hat mit seinen Zeichnungen, Studienblättern und Stichen diese Landschaft als Naturschönheit bekannt gemacht und damit einen Wandel in der Betrachtung des Elbsandsteingebirges ausgelöst. So fühlte sich u.a. sein Schüler Caspar David Friedrich veranlaßt, diese schöne Gegend selbst aufzusuchen. Vermutlich begegnete Zingg in Hohnstein Wilhelm Leberecht Götzinger und ließ sich von diesem zu außergewöhnlichen Wanderungen und Motiven inspirieren. Es ranken sich Legenden, daß A. Zingg und A. Graff selbst den Namen "Sächsische Schweiz" geprägt haben sollen, die aber durch nichts belegt sind, wahrscheinlicher kommt die Bezeichnung aus dem künstlerischen Umfeld Adrian Zinggs. Kupferstiche von A. Zingg sind z.B. "Basteiaussicht", "Im Liebethaler Grund" und "Blick durch ein Felsentor auf Schloß Hohnstein".


Carl Heinrich Nicolai (1739 - 1823) - Lehrer und Pastor

Er wurde als Schuhmacherssohn in Berlin geboren, seit 1764 war er dann in Dresden als Lehrer tätig.  Ab 1797, nach dem Tod seiner ersten Frau, arbeitete er als Pastor in Lohmen. In der Nähe der "Bastei" lebend, begeisterte er sich schnell für die Sächsische Schweiz und war von deren Schönheit fasziniert. Er war ein passionierter Wanderer und bald auch ein gefragter Wanderführer. Er führte von Lohmen aus viele Reisende persönlich durch die Gegend. 1801 gab er den "Wegweiser durch die Sächsische Schweiz" heraus - einen kurzen praktischen Wegführer, der in fünf Auflagen erschien und 1990 nochmals aufgelegt wurde. Dieser Wanderführer beschrieb bereits großenteils die Route, die später als "Malerweg" bekannt wurde, überwiegend vorhandene alte Wege.  Eine Sandstein-Inschrift aus dem Jahre 1834 neben der "Basteibrücke" erinnert an sein und W. L. Götzingers Wirken für den Fremdenverkehr und die touristische Erschließung der Sächsischen Schweiz. Sein Grab befindet sich auf dem Lohmener Friedhof.


Wilhelm Leberecht Götzinger (1758 - 1818) - Pastor und Autor

Er war Sohn eines Pfarrers und wurde in Struppen geboren. Götzinger erhielt eine überdurchschnittliche intellektuelle und naturwissenschaftliche Bildung und studierte 1766 - 1780 in Wittenberg Theologie. Er war immer ein vielseitig interessierter Naturliebhaber und blieb zeitlebens der Sächsischen Schweiz eng verbunden. Bereits als Kind fühlte er sich im Diebskeller am Kleinen Bärenstein heimisch, hier begann wahrscheinlich Götzingers Landschaftsliebe. Heute wird diese Höhle auch Götzingerhöhle genannt. Er durchwanderte die Sächsische Schweiz umfassend und auch auf Routen, die weit abseits der damals gängigen Wanderwege lagen. Götzinger verfaßte 1786 die "Geschichte und Beschreibung des Cursächsischen Amtes Hohnstein mit Lohmen". 1804 erschien dann "Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der so genannten Sächsischen Schweiz", die seinerzeit umfangreichste Landschaftsbeschreibung und gleichzeitig der sorgfältigste Fremdenführer. Diesem Buch fügte er auch eine selbst entworfene Reisekarte bei, die die beste während der Zeit der touristischen Erschließung der Sächsischen Schweiz war. 1812 erschien dann die zweite überarbeitete Auflage des Buches. Götzinger löste mit seinem Buch einen wahren "Reiseboom" in die Sächsische Schweiz aus. Besonders die Maler dieser Zeit nahmen die Inspiration durch Götzinger auf und wanderten vielfach auf den Götzinger´schen Routen durch die Sächsische Schweiz. Somit ist wohl Götzinger der eigentliche Erfinder des "Malerweges". Dem bedeutenden Wirken Götzingers ist u.a. die bereits oben bei Carl Heinrich Nicolai genannte Sandstein-Inschrift neben der "Basteibrücke" gewidmet und auch in der Diebshöhle (der frühere Diebskeller) am Kleinen Bärenstein befindet sich eine Gedenktafel (diese Höhle ist auch als Götzingerhöhle bekannt). Sein Buch "Schandau und seine Umgebungen oder Beschreibung der so genannten Sächsischen Schweiz" ist inzwischen eine bibliophile und immer wieder lesenswerte Kostbarkeit und wurde 1991 vom Verlag der Kunst in Dresden wieder aufgelegt.


Karl August Engelhard (1768 - 1834) - Pädagoge und Schriftsteller

Er wurde in Dresden als Sohn eines Zuckerbäckers geboren und studierte von 1786 bis 1790 in Wittenberg Theologie. Später arbeitete er als Hauslehrer und Archivar in Dresden. Engelhard verfaßte anfangs pädagogische Schriften und wandte sich dann zunehmend geschichtlichen Beschreibungen zu. Auf den ab 1792 gemachten gemeinsamen Wandertouren mit J. P. Veith waren beide so begeistert von der schönen Landschaft, daß sie 1794/95 die "Mahlerischen Wanderungen durch Sachsen" herausbrachten. Dies waren die ersten Reiseberichte über die Sächsische Schweiz.
C. A. Engelhard verfaßte den Text der Hefte und würdigte dabei auch erstmals die schwere Arbeit der Steinbrecher im Liebethaler Grund. Diese Reisebeschreibungen wurden nur 2008 nochmals in einer Reprintausgabe aufgelegt.


Johann Philipp Veith (1768 - 1837) - Maler und Kupferstecher

Er ist geborener Dresdner, jedoch aus sehr bescheidenen Verhältnissen. Es gelang ihm, gelegentlich Zeichenstunden zu nehmen und über seinen Zeichenlehrer bekam es Zugang zur Dresdner Kunstakademie. Er lernte Zeichnen und Kupferstechen bei Adrian Zingg, im Alter von 22 Jahren konnte J. P. Veith endlich langsam als selbständiger Künstler in der Dresdner Szene Fuß fassen. Er verschrieb sich der Landschaftsdarstellung und ab 1792 begab er sich gemeinsam mit seinem Freund K. A. Engelhard auf Wandertouren durch die Sächsische Schweiz. In den "Mahlerischen Wanderungen durch Sachsen" hielt J. P. Veith die Eindrücke in Kupferstichen fest. Später lernte er C. D. Friedrich kennen und wohnte auch teilweise mit ihm zusammen. 1817 wurde J. P. Veith Mitglied der Dresdner Akademie und 1833 Professor. Bekannte Stiche sind z. B. "Königstein und Lilienstein", "Kuhstall" und "Schloß Hohnstein".


Caspar David Friedrich (1774 - 1840) - Maler

Er wohnte seit 1799 in Dresden und wurde sehr wahrscheinlich durch Adrian Zingg und Johann Philipp Veith auf die Sächsische Schweiz aufmerksam. Er besuchte fast jährlich das Elbsandsteingebirge. Einmal blieb er eine Woche allein im Uttewalder Grund, um das Schauspiel der Dämmerung zu studieren. Er hat alle bedeutenden Motive entlang der "Malerstraße" gezeichnet und gemalt. C. D. Friedrich war ein sehr genauer Naturzeichner, er malte die Natur jedoch nicht einfach ab, sondern inszenierte sie neu im romantischen Stil. Eindrucksvoll sind seine beiden Bilder "Felsenschlucht" 1822 und "Felsenthor" 1828, in denen er die Felsengruppe der "Kleinen Steinschleuder" in zwei ganz unterschiedlichen Spannungen malte. C.D. Friedrich verweilte auch längere Zeit im Krippener Gebiet. Dort zeichnete er viel und verwendete die am Fuß der Kaiserkrone gemachten Skizzen für seinen "Wanderer im Nebelmeer". Eines der bedeutenden Ölgemälde ist auch "Ausblick ins Elbtal" um 1807. C. D. Friedrich verstarb mit 65 Jahren und wurde 1840 auf dem Trinitatisfriedhof in Dresden beigesetzt.

Carl Maria von Weber (1786 - 1826) - Komponist

Er hielt sich ab 1817 in Dresden auf und wohnte einige Sommer in Hosterwitz bei Pillnitz (heute Weber-Museum). Er schrieb 1821 seinen "Freischütz". Das Vorbild für die Wolfsschluchtszene, den Höhepunkt der Oper, fand er im Elbsandstein am Neurathener Felstor und der Martertelle. Das intensive Naturgefühl drückte er in ebensolchen Klanginszenierungen aus. Am 05.06.1826 verstarb C. M. v. Weber in London, wo er sich in den Sommermonaten aufhielt, um u.a. am "Oberon" zu schreiben. 1844 wurden seine sterblichen Überreste auf Betreiben des Komponisten Richard Wagner, der ein großer Bewunderer Webers war, von London nach Dresden umgebettet und liegen seitdem auf dem Alten Katholischen Friedhof in Dresden-Friedrichstadt.  


Johan Christian Clausen Dahl (1788 - 1857) - Maler

Er war norwegischer Landschaftsmaler und kam 1818 nach Dresden. Dort wurde er außerordentlicher Professor und befreundete sich auch mit C. D. Friedrich. Dahl gehörte zu den Maler der Romantik, entwickelte aber einen eher realistischen Stil. Seine naturnahen Bilder wurden z.B. auch für C. G. Carus künstlerisches Vorbild. Dahl reiste oft in die Sächsische Schweiz und zeichnete und malte dort, sehr oft im Liebethaler Grund. Bilder sind z.B. die Zeichnung "Bastei-Aussicht" ca. 1840 und das Gemälde "Mühle im Liebethaler Grund" 1823.


Carl Gustav Carus (1789 - 1869) - Arzt,  Naturforscher, Maler, Philosoph

Seit 1814 in Dresden als Medizin-Professor, gehörte er zu den herausragenden Persönlichkeiten des 19. Jahrhunderts, er war u. a. auch mit Goethe, Humboldt und Tieck bekannt. C. G. Carus zeichnet seit seiner Kindheit und erhielt von seinem Hauslehrer Zeichenunterricht. Die Ölmalerei brachte er sich autodidaktisch bei, in späteren Jahren entdeckte er die großformatige Kohlezeichnung als eigenständiges künstlerische Ausdrucksform. Er malte und zeichnete viel im Elbsandsteingebirge, besonders liebte er die Gegend um die Bastei. Carus war von der Landschaft so begeistert, daß er dort auch mehrfach übernachtete, um die Wirkung des Mondlichtes auf die Felsen zu studieren. C. D. Friedrich war sein Freund und lebenslang sein künstlerisches Vorbild, auch wenn die Freundschaft später auseinander ging. Oft reisten beide gemeinsam in die Sächsische Schweiz und zeichneten und malten die selben Motive. Daher ist es bis heute z.T. schwer, Bilder und Zeichnungen der beiden eindeutig zuzuordnen. Aquarellierte Zeichnungen sind z.B. "Felsen in der Sächsischen Schweiz mit Blick ins Elbtal" 1827, auf der er den Wartturm darstellt, und "Blick zur Kleinen Gans" 1827. Das Gemälde "Erinnerung an die Eigentümlichkeit des Sandsteingebirges oder der sog. Sächsischen Schweiz" schenkte er 1823 Johann Wolfgang von Goethe. C.G. Carus war Leibarzt des sächsischen Königs seit 1827. Er wurde 1869 auf dem Trinitatusfriedhof in Dresden beigesetzt.


Ernst Ferdinand Oehme (1797 - 1855) - Maler

Er wurde in Dresden geboren und begann seine Künstlerlaufbahn als Autodidakt. Seit 1819 war er an der Dresdner Kunstakademie und wurde dort Schüler von Johan Christian Clausen Dahl. Er war mit Ludwig Richter befreundet und lernte auch Caspar David Friedrich näher kennen. Oehme widmete sich dem Naturstudium und zeichnete und malte hauptsächlich in Dresdens Umgebung und der Sächsischen Schweiz. Er gehört zu den bedeutendsten Vertretern der Dresdner Landschaftsmalerei in der 1. Hälfte des 19. Jh. In seinen späteren Schaffensjahren ab 1830 löste sich Oehme von der romantischen Malerei nach dem Vorbild C. D. Friedrichs und malte realistischer und weniger symbolhaft. Bilder sind z.B. die Gemälde "Waldinneres" 1822, "Burg Hohnstein in der Sächsischen Schweiz" 1827 und die aquarellierten Zeichnungen "Dittersbacher Tal" 1830, "Blick auf die Sächsische Schweiz" 1840.


Adrian Ludwig Richter (1803 - 1884) - Maler und Kupferstecher

Er gehörte zu den romantischen Malern und zeichnete bereits mit 15 Jahren in der einzigartigen Landschaft. Er war fasziniert von der Schönheit des Elbtales und nutzte besonders die Blicke vom Schiff aus für seine Arbeiten. Bekanntes Bild ist die "Überfahrt über die Elbe am Schreckenstein". Auch  L. Richter bildete 1821 die Felsgruppe an der "Kleinen Steinschleuder" in seinem Kupferstich "Neurathener Felsenthor" ab, die sich grundlegend von den beiden Darstellungen des C. D. Friedrich unterscheidet. Ludwig Richter wurde bereits zu Lebzeiten sehr geschätzt und geehrt. So ist er auch auf dem berühmten "Fürstenzug" in Dresden abgebildet (rechtes Ende mit Kindern).


Carl Robert Kummer (1810 - 1889) - Landschaftsmaler

Er war geborener Dresdner und studierte 1826 - 1829 an der Dresdner Akademie bei C. A. Richter, dem Vater Ludwig Richters. Ab 1829 arbeitete Kummer dann im Atelier von Johan Christian Clausen Dahl. Kummers Maltechnik stand hauptsächlich unter dem Dahl´schen Einfluß zwischen Romantik und Realismus. Er wurde zu einem der bedeutendsten Künstler der sogenannten zweiten Romantikergeneration, 1848 wurde Kummer Ehrenmitglied der Dresdner Akademie. Studienreisen führten Kummer in etliche Länder, besonders in seinen jungen Jahren malte er auch oft in der Sächsischen Schweiz, es entstanden Ölbilder und Bleistift- und Federzeichnungen. Werke sind z.B. das Ölbild "Zwei Wanderer im Elbsandsteingebirge" 1827, das den Blick vom Brand in Richtung Wehlen mit Gamrig, Bärensteinen, Rauenstein und Weißen Brüchen. Bekannt sind auch die Ölstudie "Blick auf die Elbe bei Rathen" ca. 1837 und die Radierung "Blick vom Kleinen Bärenstein" ca. 1830.


Richard Wagner (1813 - 1883) - Komponist

Er übersiedelte 1814 nach Dresden. Als Erwachsener hatte er ein Sommerhaus in Graupa gemietet und erlebte im Liebethaler Grund ein intensiven Naturklang und war fasziniert vom tosenden Wildbach. In der Lochmühle entwarf er 1845 seinen "Lohengrin". Heute steht dort das Richard-Wagner-Denkmal.


Hermann Krone (1827 - 1916) - Professor und Fotograf

Er absolvierte eine Lehre als Lithograf und studierte ab 1849 an der Dresdener Kunstakademie, u.a. auch bei Ludwig Richter. Er war einer der bekanntesten Fotografen seiner Zeit und gilt als fotografischer Erschließer der Sächsischen Schweiz, er war Vorsitzender des "Gebirgsvereins für die Sächsisch-Böhmische Schweiz". 1853 begann er mit ersten Landschaftsaufnahmen in der Sächsischen Schweiz, bei denen er Plattenkamera und mobile Dunkelkammer mittels Leiterwagen bei sich führte. Die Fotoserie wurde 1853 in seiner "Photografischen Landschaftstour durch die Sächsische Schweiz" veröffentlicht, neben der "Basteibrücke" erinnert eine Gedenk-Inschrift an seine Arbeit. 1907 wurde H. Krone in Würdigung seiner Leistungen zum Hofrat ernannt.


Ernst Erwin Oehme (1831 - 1907) - Maler

Er ist der Sohn Ernst Ferdinand Oehmes und lernte ebenso an der Dresdner Kunstakademie. Sein Malstil war romantisch-poetisch, er arbeitete kurzzeitig unter Ludwig Richter, ging dann künstlerisch aber eigene Wege. Bekanntes Gemälde von ihm ist "Steinbruch in der Sächsischen Schweiz" 1860, das eine großartige Lichtführung hat und vermutlich einen der damaligen Steinbrüche bei Stadt Wehlen zeigt.


Robert Hermann Sterl (1867 - 1932) - Maler

Er lebte in Dresden und zählt zu den bedeutendsten Vertretern des deutschen Impressionismus. Er studierte von 1881 bis 1891 an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Dresden und wurde 1906 zum Professor ernannt. 1896 bereits eröffnete er eine private Malschule für Damen, die bis 1904 existierte. Von 1913 bis 1930 war R. Sterl Mitglied der Dresdner Galeriekommission, 1927 erhielt er die Ehrendoktorwürde der Universität Leipzig. R. Sterl hatte stets eine besondere Beziehung zum Elbsandsteingebirge. Von 1892 bis in die 1920er Jahre malte und zeichnete er regelmäßig in der Sächsischen Schweiz. Seine authentischen Darstellungen der Steinbrüche und der Arbeit der Steinbrecher sind ein beeindruckendes Zeitzeugnis. Gemälde sind z.B. "Elbebagger" 1905, "Die Steineklopferin" 1907, "Steinbrecher" 1909 und "Sonniger Steinbruch" 1910. Sein von ihm 1919 erworbenes Wohnhaus in Naundorf ist heute das "Robert-Sterl-Haus" und zeigt als Museum den künstlerischen Nachlaß Sterls.


Alfred Meiche (1870 - 1947) - Historiker und Volkskundler

Er wurde in Sebnitz als Sohn eines Kunstblumenmachers geboren. Nach seinem Studium der Germanistik und Geschichte und der Promotion war er ab 1899 Privatgelehrter in Dresden. Meiche hat sich um die Kultur- und Landesgeschichte Sachsen, insbesondere der Sächsischen Schweiz sehr verdient gemacht, er war Mitglied etlicher wissenschaftlicher Gesellschaften. Zu Meiches umfangreichem Nachlaß gehören neben seinem Hauptwerk, der "Historisch-topographischen Beschreibung der Amtshauptmannschaft Pirna" von 1927 auch Untersuchungen zur Deutung von Orts-, Flur- und Familiennamen, das "Sagenbuch des Königreiches Sachsens" 1903 und das "Sagenbuch der Sächsischen Schweiz" 1929. Ohne diese unter wissenschaftlichen Aspekten zusammengetragene Sammlung wären die meisten Sagen der Sächsischen Schweiz sicherlich in Vergessenheit geraten. Für seine Verdienste erhielt Meiche 1946 die Ehrenbürgerschaft von Sebnitz. Das Kunstblumen- und Heimatmuseum in Sebnitz trägt seinen Namen ebenso wie ein Wanderweg bei Sebnitz.


Bruno Barthel (1885 - 1956) - Mundartdichter und Heimatforscher

Als Sohn eines Sandsteinbrechers in Lohmen geboren, war er zeitlebens in der Gegend von Lohmen, Uttewalde und Wehlen zuhause. Er lernte selbst den Beruf des Steinbrechers und widmete sich mehr und mehr der Mundartdichtung und der Botanik. 1955 erschien sein Buch "Im di Bastei rim", mit dem er ein Heimatwerk über die Sächsische Schweiz abseits der üblichen Wanderstraßen schaffen wollte. Erst 1959 wurde sein volkskundlicher Beitrag "Von den Steinbrechern im Elbsandsteingebirge" veröffentlicht. Heute trägt der Wanderweg "Rathewalde - Basteistraße - Uttewalder Grund" seinen Namen.


Walter Hahn (1889 - 1969) - Fotograf

In Berlin geboren, wohnte er seit 1898 in Dresden. Er war gelernter Litograph und begann bereits während seiner Lehre 1904 mit dem Fotografieren. Er war sehr eng mit der Sächsischen Schweiz verbunden und ging auch selbst leidenschaftlich gern klettern. Zum Fotografieren nahm er meist mehrere kleinere Kameras und eine schwere Plattenkamera mit, die er allesamt auf die Felsen hochschleppte. Berühmt wurde er durch seine hochwertigen Landschafts- und Bergsteigerfotografien. Er fotografierte Kletterer oft auch bei schwierigen Erstbegehungen neuer Kletterwege. 1905 begann er, seine Kletter- und Felsaufnahmen zum Verkauf anzubieten und hatte damit so viel Erfolg, daß er das Fotografieren zu seinem Beruf machte. Berühmt wurden seine Ansichtskarten, die "Hahnpostkarten", seine erste Postkarte erschien 1906. W. Hahn bannte die Sächsische Schweiz im Laufe von drei Jahrzehnten auf über zweitausend Fotografien. 2009 erschien beim Verlag Lehmstdt ein wunderbarer Bildband mit seinen besten Sächsische-Schweiz-Fotografien der Jahre 1911 - 1938. Mitte der 20er Jahre entdeckte W. Hahn auch die Luftbildfotografie für sich. Etwa 15.000 seiner Glasplattennegative werden heute in der Sächsischen Landesbibliothek in Dresden verwaltet.


Hanns Georgi (1901 - 1989) - Pädagoge, Maler und Illustrator

Er wurde als Curt Johannes Georgi in Dresden geboren und begann schon in seiner Kinderzeit zu zeichnen. Sein Talent wurde zwar von seinen Lehrer gefördert, er erreichte seine Meisterschaft jedoch durch autodidaktisches Studium. Georgi absolvierte nach der Schule eine Lehrerausbildung und arbeitete bis 1926 als Lehrer in Hermsdorf. Nach seinem Studium an der Universität Leipzig promovierte er 1931. Neben seiner Lehrertätigkeit malte und zeichnete H. Georgi sehr viel in der Sächsischen Schweiz, im Dresdner Umland, in Böhmen und auf der Insel Rügen. 1945 wurde er aus dem Schuldienst entlassen und arbeitete seitdem als freischaffender Maler und Grafiker. Künstlerisch war H. Georgi dem Impressionismus verbunden, mit seine Arbeiten war er auf zahlreichen Ausstellungen vertreten und er hinterließ ein ungewöhnlich umfangreiches künstlerisches Werk. Ölbilder sind z.B. "Im Steinbruch II" 1952, "Blick übers Kirnitzschtal" 1973.


Irmgard Uhlig (1910 -2011) - Pädagogin und Malerin

Sie studierte 1930 - 33 in Dresden Pädagogik und unterrichtete seit 1933 an 32 Schulen in der Dresdner Umgebung. 1945 wurde sie vom Schuldienst entlassen, seit 1946 ist I. Uhlig freischaffende Malerin. Sie ist die bedeutendste zeitgenössische Malerin der Sächsischen Schweiz und schuf unzählige Aquarelle, in denen sie die Schönheiten der Landschaft interpretiert. Als Bergliebhaberin hat sie eine große Verbundenheit mit der Sächsischen Schweiz und ging seit ihrer Jugend auch Klettern. Das ermöglichte ihr Motive, die anderen Malern verschlossen blieben. Mit zunehmenden Lebensalter ging es I. Uhlig nicht mehr um die Entdeckung neuer Motive, sondern mehr um die Variationen der besten Motive. Noch mit 90 Jahren bestieg sie mit einer Freundin den Plattenstein, um ihr Lieblingsmotiv, die Gans, zu malen. Eine ständige Ausstellung ihrer Bilder ist in Dresden-Mitte im Bergsportladen "Gipfelgrat" zu sehen. Seit 2003 war I. Uhlig Ehrenmitglied im Sächsischen Bergsteigerbund SBB. Im Alter von 100 Jahren verstarb sie am 17.08.2011 und wurde auf dem Stephanusfriedhof in Dresden-Kleinzschachwitz beigesetzt.


Alfred Neugebauer (1914 - 2006) - Steindrucker und archäologischer Forscher

In Dresden geboren, ging der gelernte Steindrucker schon frühzeitig in die Sächsische Schweiz zum Klettern. Und ebenso frühzeitig begeisterte er sich für die Geschichte seiner Heimat. Schon 1929 grub er an der Felsburg Neurathen Alltags-Gegenstände aus und 1932/33 nahm er an offiziellen Ausgrabungen der Burganlage teil. So konnte nachgewiesen werden, daß "die Felsenburg einst eine Wohnburg war, die mehreren Belagerungen standhielt". Alfred Neugebauer war 1967 führend bei der Freilegung einer bronzezeitlichen Wasserstelle auf dem Pfaffenstein und hat auch in der Vergangenheit des Wildensteins, des Hocksteins und des Friensteins "gegraben". Er veröffentlichte die Ergebnisse und Erkenntnisse seiner Grabungen in etlichen, bis heute geschätzten, Publikationen. Von 1979 bis 1984 widmete er sich wieder intensiv den Grabungen auf der Felsburg Neurathen. Alfred Neugebauer war Ehrenmitglied des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz und seit 2002 auch des Sächsischen Bergsteigerbundes. Nach seinem Tod wurde er im August 2006 auf dem Alten Annenfriedhof in Dresden beigesetzt und am 18.07.2009 wurde am Pfaffensteinaufstieg in unmittelbarer Nähe des bronzezeitlichen Walles eine Erinnerungstafel für Alfred Neugebauer eingeweiht.